Die Karnevalsveranstaltungen des Schützenvereins wurden in 1990 erstmals vom Delrather Prinzenpaar der „Interessengemeinschaft Delrather Karneval“, Günter und Erla Dohmen, besucht.

Das Frühlingsfest 1990, das vom 4.-6. Mai 1990 stattfand, wurde durch die Auftritte eines niederländischen Entertainers und die Delrather Tanzformation „Young Generation“ bereichert. Dennoch war das Frühlingsfest insgesamt mäßig besucht. So konnte am Samstagabend der amtierende Vorsitzende Hans-Dieter Longerich nach der Begrüßung des Schützenkönigspaares Günter und Libett Behrend auch die 13 zahlenden Gäste per Handschlag begrüßen. Der Verein zog daraufhin die Streichung dieser Veranstaltung aus den Vereinsaktivitäten in Erwägung.

Das Schützenfest verlief ab dem Samstag, 1. September 1990 zunächst ohne besondere Vorkommnisse. Doch beim Pfänder- und Königsvogelschießen am Montagnachmittag stellten sich nur wenige Schützen den Schießwettbewerben. Das Pfänderschießen wurde angesichts der mangelnden Teilnehmer, des zu dicken Holzvogels und eines aufziehenden Gewitters durch Änderung des Schießmodus verkürzt. Das Königsvogelschießen absolvierte der 1. Schießmeister Michael Schippmann als einziger Bewerber. Mit dem 69. Schuss fiel der Vogel, und Michael III. Schippmann stand als neuer Schützenkönig fest. Die Würde des Edelknabenkönigs bekleidete Tobias I. Eichelbaum.

Zum Krönungsabend am Dienstagabend hatte sich Diakon Peter Platz etwas Besonderes einfallen lassen. Er hatte bei den Gästen im Schützenzelt hunderte Wunderkerzen verteilen lassen. Seine gereimte Laudatio auf das neue Schützenkönigspaar wollte er mit einem stimmungsvollen Wunderkerzenfeuerwerk abschließen. Doch die gute Idee endete damit, dass dicke Rauchschwaden durch das Zelt zogen und die Gäste angesichts des dichten Nebels die Hand nicht vor den Augen sehen konnten.

Neuer Jägermajor wurde Peter Schumacher vom 5. Jägerzug, der Hans Loboda ablöste. Neuer Edelknabenführer wurde Fritz Breuer, 2. Edelknabenführer Rolf Daverzhofen.

Das Jahr 1991 begann unter den furchtbaren Eindrücken des Golfkrieges, in dem eine internationale Militärallianz unter amerikanischem Oberbefehl gegen den Irak zur Befreiung Kuwaits kämpfte. Vielerorts wurde wegen dieses Krieges jegliches karnevalistisches Treiben abgesagt. In Delrath wurden dagegen die Karnevalssitzungen planmäßig durchgeführt. Der Zuspruch war entsprechend hoch, und auch der Ausfall der Zeltheizung im Laufe des Abends tat der Stimmung keinen Abbruch.

Auf der anschließenden Abrechnungsversammlung wurde überlegt, künftige Sitzungen in der Mensa der Gesamtschule Nievenheim abzuhalten. Diese Idee fand jedoch bei den Delrather Schützen keinen Anklang. Auf der gleichen Versammlung wurden einige personelle Wechsel bekannt gegeben. Nach knapp einem Jahr hatte der Edelknabenführer Fritz Breuer sein Amt aufgegeben. Sein Nachfolger wurde Rolf Daverzhofen. Für den ebenfalls zurückgetretenen Hubertusmajor Heinz Bayer übernahm Toni Koukola dieses Amt, und Günter Grief löste Hans Busch als Jägervorsitzenden ab.

Auf dem Frühlingsfest, das eine gute Resonanz aufweisen konnte, fand letztmalig die Krönung des Jägerkönigs im Festzelt am Sonntagabend statt.

Am 16. August 1991 lud die amtierende Majestät Michael Schippmann die Schützen zu seinem Polterabend ein. Die Hochzeit mit seiner Königin Christel fand am 24. August 1991 in der evangelischen Kreuzkirche zu Nievenheim statt. Zahlreiche Schützen standen nach der Trauung Spalier. Die Artillerie hatte sich unangefochten mit ihrer Kanone nach Nievenheim gewagt und schoss zur Hochzeit des Königs und Schießmeisters des Vereins Salut.

Auf dem Oberstehrenabend überraschte Oberst Alfred Schönfelder die Schützen mit Wimpelketten von der Stadt Dormagen, die künftig zum Schützenfest das Dorf schmücken sollten.

Zum Fackelzug führte der Grenadierzug Sangeslust eine Großfackel mit, die das „Wunderkerzenexperiment des Don Camillo“ darstellte. Diese Fackel wurde mit dem 1. Preis bedacht. Der 2. Preis ging an die Regimentsfahnenkompanie, die ihr 60jähriges Jubiläum feierte und mittlerweile die 16. Großfackel gebaut hatte.

Michael Schippmann wurde als Schützenkönig von Heinrich I. Holzberg vom Grenadierzug „Sangeslust“ abgelöst, der an diesem Tage seinen 61. Geburtstag feierte. Edelknabenkönig wurde René I. Wyrwich.

Die Neuwahlen des Vorstandes am 2. Oktober 1991 brachten keine Veränderungen.

Zu Beginn des Jahres 1992 verstarb das Ehrenmitglied Konrad Derichs.

Themen der Hauptversammlung des Jahres 1992 waren das geringe Schaustellerinteresse zur Bestückung des Festplatzes. Aktuelle Sorgen bereiteten dem Verein auch die Bauarbeiten auf der Johannesstraße und der Umbau des Vereinslokals im Bahnhofsgebäude, in dem für die Schützen im Güterschuppen ein Schießstand vorgesehen war.

Am 27. Mai 1992 richtete die Stadt Dormagen einen „Challenge Day“ aus. Ziel war es, im Vergleich zu anderen beteiligten Städten möglichst viele Bürger zu einer sportlichen Aktivität herauszufordern (challenge [englisch] = Herausforderung). Für je eine Viertelstunde sportliche Betätigung wurde der Stadt ein Punkt gutgeschrieben. Der Bürgerschützenverein organisierte dieses Breitensport-Spektakel zusammen mit dem SSV Delrath an der Henri-Dunant-Grundschule Delrath, die damit an diesem Tag zum „sportlichen Zentrum Delraths“ wurde. Die Stadt Dormagen wurde an diesem Tag Bundessieger des Wettbewerbs.

Ende Juni 1992 feierte der Dormagener Schützenverein sein 125. Jubiläum. Das amtierende Delrather Schützenkönigspaar Heinrich I. und Gretchen Holzberg sowie starke Abordnungen der Delrather Schützenzüge nahmen zu Fuß am Festumzug teil.

Wenige Tage vor dem Schützenfest erreichte den Verein eine Schreckensmeldung. Durch einen Unfall konnte Oberst Alfred Schönfelder nicht aktiv am Schützenfest teilnehmen. Vertreten wurde er während des Festes von seinem Adjutanten Helmut Groß­weischede. Den Adjutantenposten übernahm spontan der 2. Vereinsvorsitzende Hans-Dieter Longerich.

Für den Fackzelzug am Samstagabend hatten die Schwarzen Husaren, der Grenadierzug „Sangeslust“, die Hubertuskompanie und die Regimentsfahnenkompanie jeweils Großfackeln gebaut, die den Fackelzug entsprechend bereicherten. Am Sonntagmorgen ließ Oberst Groß­weischede sein Regiment um 8.00 Uhr zum Abholen der Majestät, zum Kirchgang und zur Gedenkfeier am Ehrenmal antreten. Im Rahmen der anschließenden Ehrung von verdienten Mitglieder im Festzelt überreichte Schützenkönig Heinrich I. Holzberg dem Verein ein neues Königszepter und jedem Zug eine Fässchen Bier. Die Parade am Sonntagnachmittag konnte bei strahlendem Sonnenschein abgehalten werden.

Als Neuerung fand am späten Dienstagvormittag eine - vom 4. Jägerzug veranstaltete - Kinderbelustigung auf dem Schützenplatz statt.

Zum Schützenkönig wurde Jakob IV. Schlangen gekrönt, und zum Edelknabenkönig konnte der Vorsitzende Günter Behrend seinen Enkel Andreas I. Behrend proklamieren.

Die Kindersitzung des Jahres 1993 fand diesmal unter Leitung von Peter-Josef Schülgen, Gerd Levering und Dirk Morche statt, da der bisherige Organisator Hans-Dieter Longerich die Leitung dieser beliebten Veranstaltung aufgegeben hatte. Auf der Abrechnungsversammlung für Karneval am 23. April 1993, bei der ein geringfügiger Gewinn von 227 DM festgestellt wurde, legte überraschend Hans-Dieter Longerich dann auch seinen Vorstandsposten als 2. Vorsitzender nieder. Zu seinem Nachfolger in diesem Amt wurde Konrad Engels gewählt.

Das Frühlingsfest, das vom 14.-16. Mai 1993 veranstaltet wurde und für das der Verein einen Bauchredner und eine Bauchtanzgruppe engagiert hatte, endete mit einem Defizit von 1.631,98 DM.

Auf der Versammlung vom 2. Juli 1993 beschloss der Verein, den Beitrag für die Blumenhörner der Jägerzüge von 300 DM auf 400 DM anzuheben. Auf derselben Sitzung gab der Vorsitzende bekannt, dass die Stadt Dormagen Sparmaßnahmen ergriffen hätte und künftig den Schützen das Schmücken des Ortes mit zur Verfügung gestellten Fahnen und Wimpeln selbst überlassen wolle. Für diese Aufgabe konnten Karl-Heinz Butz, Günter Grief und Hubert Freyenberg gewonnen werden.

Der Schießstand im restaurierten Güterschuppen des ehemaligen Bahnhofsgebäudes wurde am 13. August 1993 mit einem Richtfest eingeweiht. Dieses Fest war auch ein Dankeschön für alle Helfer, die im selbstlosen Einsatz ihre Freizeit für den Verein geopfert hatten. Für die Herrichtung des Schießstandes waren über 1.000 Arbeitsstunden – davon alleine insgesamt 700 Stunden von den Vorstandsmitgliedern Alfred Schönfelder, Harry Knabe und Günter Behrend - aufgewendet worden.

Das Schützenfest war vom 3.-7. September 1993 angesetzt. Am Samstagmorgen informierte Günter Behrend, dass er aus familiären Gründen an diesem Fest nicht teilnehmen könne. Damit musste der erst kürzlich gewählte 2. Vorsitzende Konrad Engels die Präsidentschaft übernehmen. Der amtierende Schützenkönig Jakob IV. Schlangen überreichte dem Verein eine neue Flagge, die ihren künftigen Standort am Schützenplatz erhalten sollte.

Für das Vogelschießen am Montagnachmittag konnte der Vorstand fünf Königsaspiranten vorstellen. Werner Blank, Horst Freund, Toni Koukola, Peter Schumacher und Matthias Körfer traten zum Schießwettbewerb an. Neuer Schützenkönig wurde Werner I. Blank, der am Montagnachmittag mit dem 96. Schuss den Vogel von der Stange holte.

Auf dem Krönungsabend am Dienstag trat auf Einladung von Diakon Peter Platz Klaus von der Weiden mit einem gekonnten Trompetensolo auf.

Im Oktober 1993 wurde der in Eigenregie fertig gestellte Schießstand im ehemaligen Bahnhofgebäude offiziell eingeweiht. Bei dem veranstalteten Preisschießen für Jedermann errang die Majorsfrau Kerstin Behrend den Hauptpreis.

Den Auftakt des Jahres 1994 bildeten die karnevalistische Prunksitzung und die Kindersitzung, die erstmals in der Turnhalle der Henri-Dunant-Schule stattfanden. Zunächst bestand Misstrauen einiger Delrather Bürger und Schützen, ob in der Turnhalle eine Karnevalsstimmung aufkommen könne.

Doch nach der Prunksitzung wurde dem Verein eine gelungene Veranstaltung, zu der auch die Zusammenstellung der Künstler beigetragen hatte, bescheinigt. Star des Abends war Arthur Breitkopf aus Essen.

Auf der Vereinsversammlung am 11. März 1994 wurde eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge beschlossen. Aktive und passive Mitglieder zahlten nun 75 DM, Rentner, Witwen von Schützen und passive Jugendliche bis 18 Jahre 40 DM und aktive Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren 10 DM. Jugendliche bis 16 Jahre und Wehrdienstpflichtige waren von einer Beitragszahlung befreit.

Nachdem die Grenadiere bereits seit Jahren auf dem Schulhof der Henri-Dunant-Grundschule ein Biwak ausrichtete, hielt am 11. Juni 1994 – eine Woche vor den Grenadieren - auch die Artillerie erstmals einen Biwak auf dem Schulhof ab.

Das Schützenfest fand in diesem Jahr vom 3.-6. September 1994 statt. Als krönenden Abschluss seiner Amtszeit trat der Schützenkönig Werner Blank als Sänger auf. Er stellte ein eigens für ihn getextetes Lied vor, dessen Refrain lautete: „Einmal Köning sin en Delroth am Rhing, und min Hätz is voll - voll Sonnesching, dovun hann ich schon als kleine Fätz jedrömp, einmal Köning zu sin, söns häs de jät versäump.“

Neuer Schützenkönig wurde mit dem 43. Schuss auf den Holzvogel Hans-Peter I. Heups. Zum Edelknabenkönig wurde Christian I. Strunk gekrönt.

Am 28. Oktober 1994 fand die turnusmäßige Generalversammlung statt. Die Abrechnung des Schützenfest hatte nur ein kleines Plus in die Vereinskasse gebracht. Größter Ausgabenposten waren wiederum die Musikkosten, so dass man froh war, zuvor die Mitgliedsbeiträge erhöht zu haben.

Mittelpunkt dieser Versammlung waren jedoch die Vorstandswahlen. Der 1. Vorsitzende Günter Behrend hatte seinen Rücktritt erklärt. Er konnte auf eine 22jährige Amtszeit als Vereinsvorsitzender zurückschauen, in der der Verein viele positive Veränderungen erfahren hatte. Sein besonderer Dank galt den Mitgliedern Harry Knabe und Hans Philipp, die ihm viele Jahre zur Seite gestanden hatten. Unter der Leitung des ältesten Vereinsmitglieds Franz Longerich fanden die Wahlen zum neuen Vorstand statt. Mit überwältigender Mehrheit wurde Hans-Dieter Longerich, der bis 1993 bereits 13 Jahre stellvertretender Vorstandsvorsitzender gewesen war, zum neuen Schützenchef gewählt. 2. Vorsitzender wurde Karl-Heinz Butz, 1. Schriftführer Herbert Stodden, 2. Schriftführer Günter Grief, 1. Kassierer Peter Michels und 2. Kassierer Gerd Meuter.

Auf der gleichen Versammlung wurde auch die Anschaffung einer neuen Regimentsfahne und die Restaurierung der Jägerfahne beschlossen.

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