Am 3. und 4. Februar 1995 fanden die Karnevalsveranstaltungen nach dem Zuspruch im Vorjahr wiederum in der Turnhalle der Henri-Dunant-Grundschule statt. Erstmalig seit Bestehen der Prunksitzung konnte ein „ausverkauftes Haus“ vermeldet werden. Über 450 Besucher erfreuten sich an dem vom Literaten Harry Knabe zusammengestellten Programm.

Eine besondere Überraschung stellte der Auftritt des amtierenden Schützenkönigs Hans-Peter Heups dar, der zu den Klängen des „River Kwai Marsches“ den Zylinder-Bauchtanz vorführte. Hans-Peter Heups zeigte an diesem Abend auch seine soziale Einstellung. Er bat die anwesenden Gäste um eine Spende für die Opfer des Rheinhochwassers. Am 30. Januar 1995 hatte der Rhein in Köln den Pegelstand von 10,69 Meter erreicht und unter anderem die gesamte Kölner Altstadt überflutet. Für die Betroffenen dieses Jahrhunderthochwassers wurden an diesem Abend 1.729,44 DM gesammelt.

Anfang März 1995 verstarb der Ehrenpräsident Georg Dappen im Alter von 92 Jahren. Er war im Mai 1926 einer der Mitgründer des Vereins gewesen und hatte unter anderem in den Jahren 1950-1972 das Amt des Vereinsvorsitzenden innegehabt. Er wurde unter großer Anteilnahme der Schützen am 10. März 1995 zu Grabe getragen.

Auf dem Frühlingsfest im Mai 1995 wurde Günter Behrend in Anerkennung seiner Verdienste für den Verein zum Ehrenvorsitzenden und die Mitglieder Harry Knabe und Hans Philipp zu Ehrenmitgliedern ernannt. Jägermajor Peter Schumacher, Jägerkönig Heinz Eckstein und Fahnenträger Dieter Heinen nahmen die neu restaurierte Jägerfahne vom 1. Vorsitzenden Hans-Dieter Longerich in Empfang.

Am Samstagnachmittag wurde erstmals ein Jungschützenkönig ausgeschossen. Erster Jungschützenkönig in der Vereinsgeschichte wurde Thorsten I. Blank. Seine Krönung sollte während des Schützen­festes am Montagabend - zusammen mit der Proklamation des Edelknabenkönigs - erfolgen.

Am Dienstagmorgen registrierte der Vorstand beim Seniorenfrühstück die stolze Zahl von 85 Teilnehmern. Erst im Nachhinein wurde bekannt, dass dieser Rekord durch auswärtige Besucher entstanden war.

Auf der Versammlung am 14. Juli 1995 wurde unter anderem die Trennung der Karnevals- von den Schützenaktivitäten beschlossen. Bereits in vergangenen Jahren hatten sich zum Teil Schützen – auch angesichts von Minusergebnissen aus den Karnevalsveranstaltungen - darüber beklagt, dass sie dem Schützenverein beigetreten seien, um Schützenfest und nicht Karneval zu feiern. So wurde auf Grundlage dieses Beschlusses im Januar 1996 die „Karnevalsgesellschaft Delrath e. V.“ gegründet, die seitdem den Sitzungskarneval in Delrath durchführt. Diese Karnevalsgesellschaft ergänzt somit die karnevalistischen Aktivitäten der bereits seit 1973 bestehenden „Interessengemeinschaft Delrather Karneval“, die im Wesentlichen den Straßenkarneval organisiert und das Delrather Prinzenpaar stellt. Ein weiterer Beschluss dieser Versammlung betraf die Namensgebung der Schießanlage im ehemaligen Bahnhofsgebäude. In Erinnerung an den verstorbenen Ehrenpräsidenten erhielt sie die Bezeichnung „Georg-Dappen Sport-Schießanlage“.

Während des Schützenfestes, das vom 2.-5. September 1995 stattfand, wurde in der Messe am Sonntagmorgen die neue Regimentsfahne geweiht. Nach dem Kirchgang und der Gefallenenehrung am Kriegerdenkmal wurde im Festzelt dem Verein ein von der Familie Dappen gestifteter Pokal überreicht. Künftig sollte dieser als „Georg-Dappen-Gedächtnispokal“ ausgeschossen werden. Nach der Sonntagsparade erhielt der ehemalige Vereinsvorsitzende Günter Behrend vom Bürgermeister Heinz Hilgers für seine Verdienste um den Verein und das Schützenwesen die silberne Ehrennadel der Stadt Dormagen.

Schützenkönig wurde am Montagnachmittag Josef VI. Kürten, der im Verein auch liebevoll als „Holzwurm“ oder „Vogels-Jupp“ bezeichnet wird, da er seit vielen Jahren die Holzvögel für die Schießwettbewerbe herstellt. Erstmals wurde im Anschluss an das Königsvogelschießen der Jungschützenkönig Thorsten I. Blank gekrönt.

Die Krönung des Edelknabenkönigs Dominik I. Engels fand – wie bisher auf dem Krönungsabend am Dienstagsabend – statt. Das Schützenfest klang stimmungsvoll mit Gesangseinlagen der Ex-Majestät Hans-Peter Heups und der amtierenden Majestät Josef Kürten in den frühen Morgenstunden aus. Die scheidende Majestät, die sich selbst als „Deutschlands kleinster König“ betitelte, stimmte immer wieder ihr Lieblingslied vom „Raderberger Buureberger Spielverein“ an.

Im November 1995 standen Ergänzungswahlen zum Vorstand an, nachdem Karl-Heinz Butz aus beruflichen Gründen bereits nach einem Jahr Amtszeit seine Position als 2. Vorsitzender zur Verfügung stellte. Nachfolger in diesem Amt wurde Günter Küpper.

Während des Frühlingsfestes im April 1996 wurde erstmals der Georg-Dappen-Gedächtnispokal ausgeschossen. Erster Inhaber des Pokals wurde Josef Deussen vom 5. Jägerzug „Jägermeisterzug“. Der Samstagabend gestaltete sich durch den über einstündigen Auftritt der „Kolibris“ bei vollbesetztem Zelt zu einem vollen Erfolg.

Zwischenzeitliche Planungen, den Schützenplatz in den Altenpark zu verlegen, musste der Verein ad acta legen, da es in der Bevölkerung bereits mehr Gegner als Befürworter für dieses Vorhaben gab.

Vor dem Schützenfest wurden Willi Stöcker und Heinz Eckstein als neue Betreuer der Bogenschützen vorgestellt.

Auf dem Oberstehrenabend am 23. August 1996 kündigte der 67jährige Oberst Alfred Schönfelder an, dass er nach dem Schützenfest zurücktreten werde. Nach der Laudatio auf den „dienstältesten Oberst im Kreis Neuss“ toste minutenlanger Beifall der fast 200 anwesenden Schützen. Mit dem Abschied des Obersten kündigte auch Helmut Großweischede aus beruflichen Gründen seinen Rücktritt als Oberstadjutant an. Auch ihm galt der Dank des Vorstandes und der Anwesenden für die langjährige Wahrnehmung dieses Amtes. Als neuer Jägermajor wurde Werner Blank vorgestellt.

Das Schützenfest wurde durch eine Hauswurfsendung, in der sich der Verein allen Delrather Bürgern vorstellte, für die Tage vom Samstag, 31. August 1996 bis Dienstag, 3. September 1996 angekündigt. Der Vorsitzende Hans-Dieter Longerich wünschte allen Schützen „Föör die Daach vill Freud – op die Daach Sonnesching – no die Daach keene Katzejammer“.

Während der Schützenmesse wurde unter Beteiligung vieler Schützen, des Männergesangvereins und des Paten Heinz Bayer die neue Hubertusfahne vom Diakon Peter Platz geweiht.

Ein seltenes Jubiläum feierte Franz Longerich. Die Ehrung für 65 Jahre Mitgliedschaft wurde ihm durch seinen Sohn, dem Vorsitzenden Hans-Dieter Longerich, zuteil. Und auch Alfred Schönfelder fand bei seinem letzten Schützenfest als Oberst für seine 24 Amtsjahre immer wieder Anerkennung. So erhielt er unter anderem vom Bürgermeister Heinz Hilgers die goldene Münze der Stadt Dormagen. Die Schwarzen Husaren feierten ihr 40jähriges Vereins­jubiläum.

Vor dem Königsvogelschießen am Montagnachmittag fand zunächst eine Krisensitzung des Vorstands mit Offizieren statt. Der einzige Königsbewerber Toni Koukola hatte seine Anmeldung zurückgezogen, weil er nicht alleine auf den Vogel schießen wollte. In der Sitzung wurde der Beschluss gefasst, das Königs­geld auf 5.000 DM zu erhöhen und jeder Zug sollte einen Zuschuss von 100 DM zahlen. Die Offiziere waren aufgefordert, nach weiteren Bewerbern zu suchen. Um 18 Uhr konnte der Wettbewerb mit den drei Anwärtern Toni Kokoula, Horst Freund und Willi Stöcker beginnen. Nach 31 Minuten spannendem Wettkampf holte mit dem 76. Schuss Willi Stöcker den Vogel von der Stange. Er sollte als Willi IV. zusammen mit dem Edelknabenkönig Stefan II. Schumacher regieren. Als neuer Jungschützenkönig wurde Michael I. Nix proklamiert.

Der scheidende Oberst wurde von der Jägerkompanie am Dienstagabend mit Gartenartikeln für den „Ruhestand“ und seine Gattin Lenchen mit roten Rosen verabschiedet.

Auf der Generalversammlung am 25. Oktober 1996 spendete der Schützenkönig die Hälfte seines Königssolds. Der Vorstand beschloss daraufhin die Festsetzung des Königsgeldes auf 2.500 DM.

Bei der Neuwahl des Obersten konnte Herbert Stodden die überwiegende Mehrheit der Stimmen der Versammlungsteilnehmer auf sich vereinigen. Er stellte als Adjutanten Hans-Josef Nix vor, der wie er dem 6. Jägerzug angehört.

Auf der Generalversammlung am 11. April 1997 wurde eine Abstufung für die Vergabe von Verdienstorden fest­gelegt. Höchste Auszeichnung sollten die Verdienstorden in Gold, Silber und Bronze sein, gefolgt von dem St. Hubertus-Ehrenkreuz am Bande und schließlich der Verdienstmedaille.

Am Freitagabend des Frühlingsfestes 1997 wurde Alfred Schönfelder zum Ehrenoberst ernannt. Neben dieser Ehrung konnte er mit seiner Gattin zahlreiche Geschenke in Empfang nehmen, unter anderem auch einen Gutschein für ein Wochenende an der Nordsee in Holland. Dass er diese Reise nicht Anfang September antreten würde, war für den Ehrenoberst selbstverständlich.

Die „Lustigen Musikanten vom Nikolauskloster“ sorgten am Samstagabend nicht nur für ein gut gefülltes Zelt, sondern mit ihren Darbietungen auch für über zwei Stunden Stimmung. Der Bunte Abend des Frühlingsfestes wurde damit zu einem großen Erfolg - auch in finanzieller Sicht. Der vom Vorstand gewählte Weg, für das Frühlingsfest Künstlerauftritte zu organisieren, war offensichtlich der Richtige.

Der Auftakt des Schützenfestes 1997 fand bereits am Freitagabend, 5. September 1997 statt. Erstmals wurde vom „Partyteam Haus Gladbach (PHG-Team)“ eine Jugenddisco im Festzelt ausgerichtet. Rund 390 Jugendliche und Junggebliebene füllten das Zelt und tanzten bei Disko-Rythmen bis in den frühen Morgen.

Der 5. Jägerzug „Jägermeisterzug“ feierte zum Schützenfest sein 50. Vereinsjubiläum. Beim Festzug am Sonntagnachmittag nahmen Gäste aus Gohr, Neuss und Meerbusch teil.

Für das Königspaar erschien überraschend nach dem Festumzug das Tambourcorps Gohr, das beide mit musikalischen Darbietungen erfreute und abends auch im Hofstaat mitspielte.

Am Montagabend stand zur Überraschung des Vorstandes lediglich wieder nur ein Bewerber für den Schützenkönig zur Verfügung. Ohne Konkurrenten holte der stellvertretende Vereinsvorsitzende Günter Küpper den Holzvogel bereits mit dem 12. Schuss herunter. Für das Aufräumen des Mülls, der Gläser, Stühle und Tische am Schießstand wurde erstmals ein Schützenzug bestimmt. Im Zelt fand dann die Krönung des Jungschützenkönigs Marc I. Pütz statt.

Am Dienstagabend erfolgte die Krönung der Majestät Günter III. Küpper und des Edelknabenkönigs René II. Freund.

Nach dem Schützenfest begann die Stadt Dormagen noch im September 1997 mit den bereits lange geplanten Bauarbeiten am Kriegerdenkmal. Neben der Erneuerung der Grünanlagen wurden auch die Straßen- und Gehwegflächen neu gestaltet, so dass ab sofort für die Feierstunden am Denkmal mehr Platz zur Verfügung stehen sollte.

Auf der Generalversammlung am 31. Oktober 1997 gab der Vorstand den Rechenschaftsbericht seiner ersten Amtszeit ab. Im Rückblick konnte er als Leistungen die Außensanierung der Georg-Dappen-Schießanlage und die Dacherneuerung des Hochschießstandes, die Anschaffung neuer und die Restaurierung alter Fahnen sowie eine beachtliche Steigerung des Mitgliederbestandes – insbesondere von Passiven – aufweisen.

Bei den anschließenden Vorstandswahlen wurde Hans-Dieter Longerich als Vereinsvorsitzender und Günter Küpper als sein Stellvertreter wiedergewählt. Günter Grief rückte zum 1. Schriftführer auf, 2. Schriftführer wurde Dirk Grieß. Peter Michels wurde als 1. Kassierer bestätigt, zum 2. Kassierer wurde Willi Körfer bestellt.
Mit den Gedenkfeierlichkeiten und der Kranzniederlegung wurde am Volkstrauertag der neu gestaltete Denkmalsplatz von den Schützen „eingeweiht“.

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