Beim Kartenvorkauf für die Prunksitzung des Jahres 1986 setzte sich der negative Trend der letzten Jahre fort. Es wurden mit 312 Karten über 25 % weniger abgesetzt als noch im Jahr zuvor. Zum abendlichen Kostümball fanden nur 48 Besucher den Weg ins Zelt, so dass diese Veranstaltung ein dickes Minus verzeichnete.

Beim Frühlingsfest konnten mit der Anschaffung eines zusätzlichen Gewehres auf drei Schießbahnen geschossen werden. Der geänderte Schießmodus – der erste Schuss mit gezeichneter Schießkarte galt als Probeschuss, drei weitere Schüsse kamen in die Wertung – führte ebenfalls zu einer zeitlichen Verkürzung des Regimentsschießens. Das Schussgeld war auf 1 DM festgesetzt worden. Die Schießfolge und die Türbesetzung wurden ausgelost.

Auf dem Oberstehrenabend kündigte Oberst Alfred Schönfelder seine neuen Disziplinarmaßnahmen an. Eine gelbe und rote Karte wollte er bei Vergehen gegen undisziplinierte Schützen einsetzen.

Vierzehn Tage vor dem Schützenfest, das tagsüber von Sonnenschein und abends von empfindlicher Kälte begleitet wurde, begann der amtierende Schützenkönig Herbert Stodden mit treuen Helfern, seine Residenz in Form einer Burg zu errichten. So eine Residenz hatte es bislang in Delrath noch nicht gegeben.

Die Finanzierung der Zusatzkosten eines erstmals für das Schützenfest verpflichteten vierten Musikblocks machte Beitragserhöhungen notwendig. Ein aktiver Schütze zahlte ab diesem Jahr 25 DM, Passive 40 DM und Rentner ab 60 Jahre 12 DM.

Zum 60jährigen Vereinsjubiläum des Jahres 1986 fand am Samstagabend nach dem Fackelzug ein Ball der ehemaligen Schützenkönige statt, zu dem sich 26 ehemalige Königspaare eingefunden hatten. Die nach Dienst- und nach Lebensjahren ältesten Könige Johann Ingermann bzw. Robert Boßbach als auch Georg Dappen wurden an diesem Abend besonders geehrt.

Am Sonntagmorgen wurde der zweite Feldgottesdienst abgehalten, dem die Schützen wiederum volles Lob zollten. Nach der Messe stiftete Herbert Stodden zur Überraschung aller Anwesenden dem Verein eine Königsstandarte.

Und wieder war es die Sonntagsparade, die für ein besonderes Ereignis sorgte. Oberst Alfred Schönfelder und sein Adjutant Helmut Großweischede mussten nach einem filmreifen Rodeoritt von ihren wild gewordenen Pferden absteigen und unter Applaus der Zuschauer die Parade zu Fuß vor dem Königspaar, dem Vorstand und den Ehrengästen absolvieren.

Die dem Schützenkönigspaar entgegengebrachte Sympathie zeigte sich beim abendlichen Königsball. 120 Jäger marschierten auf und überreichten der Königin Sibille Stodden je eine Rose. Diese Geste war auch ein Dankeschön an die Königin, die die Schützen während drei Altpapiersammlungen mit dem leiblichen Wohl versorgt hatte.

Neuer König wurde Konrad II. Engels, Edelknabenkönig wurde Sascha I. Hermanns.

Auf der Generalversammlung am 18. November 1986 wurde in einer Ergänzungswahl Herbert Stodden für den zurückgetretenen Ingo Kiebel zum 2. Schriftführer gewählt.

1987 fand die Prunksitzung des Vereins wieder mehr Zuspruch. Die Kindersitzung fand zum ersten Mal unter Leitung von Hans-Dieter Longerich und Erna Levering statt, die damit Ingo Kiebel ablösten. Die Karnevalsveranstaltungen ergaben zusammen einen nicht nennenswerten Gewinn von 25,32 DM.

Im April 1987 wurde Karl Hölzel als Artilleriemajor vorgestellt, der Lambert Heinrichs in dieser Funktion ablöste.

Das Frühlingsfest war auf den 22.-24. Mai 1987 terminiert worden. Zur Unterhaltung hatte der Verein das Trio „Bloom und Blöömche“ verpflichtet. Am Samstagnachmittag um 15 Uhr wurde erstmals das Wanderpokalschießen der ehemaligen Schützenkönige ausgeführt. Der Wanderpokal war von dem Ehrenmitglied Franz Longerich gestiftet worden. Der Ex-König des Jahres 1974/75 und 2. Vereinsvorsitzende Hans-Dieter Longerich setzte sich gegen neun Mitbewerber durch und konnte den Pokal aus der Hand seines Vaters entgegennehmen.

Im gleichen Jahre beantragte Christel Zaum die passive Mitgliedschaft im Verein, um als begeisterte Sportschützin am jährlich stattfindenden Schießwettbewerb um den Dr.-Geldmacher-Pokal teilnehmen zu dürfen. Christel Zaum versicherte, aus der Mitgliedschaft keine Rechte herleiten zu wollen. Dennoch bereitete der Antrag einem Teil der Schützen Unbehagen, die fürchteten, dass dann doch eines Tages eine Frau Schützenkönigin werden wolle. Dabei hatte der Verein bereits ein weibliches Mitglied, die Wirtin Josepha Linnartz, die vor 27 Jahren die Mitgliedschaft ihres verstorbenen Vaters übernommen hatte, ohne bisher aus diesem Status irgendwelche Rechte herzuleiten. Auf der Generalversammlung vor dem Schützenfest wurde der Antrag mit 33 zu 17 Stimmen bei 6 Enthaltungen abgelehnt. Neu geregelt wurden die Altersgrenzen der jugendlichen Schützen im Verein. Den Edelknaben sollten Jungen bis 12 Jahre, den Bogenschützen von 13 – 16 Jahre und den Jungschützen von 17 – 18 Jahre angehören.

Das Schützenfest wurde vom 5.-8. September 1987 gefeiert. Der amtierende Schützenkönig, der Malermeister Konrad Engels, hatte für seine Residenz das Schloss Benrath nachgebaut und die Heckmannstraße in Königsallee umbenannt.

Während des Fackelzuges am Samstag­abend wurde nur eine einzige Großfackel mitgeführt, die der Grenadierzug „Sanges­lust“ gebaut hatte. Sie zeigte den Jäger Achim Kopenhagen, der es sich zur Gewohnheit gemacht hatte, in der Edel­knabenkutsche des Festzuges mitzufahren. Die Grenadiere rieten ihm: „Willst du in die Kutsche ´rein, mußt du erst ´mal König sein.“

Der Festgottesdienst am Sonntagmorgen, gehalten von Pastor Hugo Jung und Diakon Peter Platz, fand nach den Feldgottesdiensten der vergangenen Jahre wieder in der Pfarrkirche St. Gabriel statt.

Der Schützenplatz selbst verdiente nach übereinstimmender Meinung aller Besucher nicht die Bezeichnung „Rummelplatz“, da er nur mit einem Karussell und einigen wenigen Buden belegt war. Der Kirmesunternehmer hatte den Schützen sehr viel versprochen, aber wenig gehalten.

Zum Schützenfest erhielt der Major Hans Loboda von der Jägerkompanie einen neuen Degen.

Drei Schützenzüge feierten ein besonderes Jubiläum: der 1. Jägerzug konnte auf 60 Jahre, der 5. Jägerzug auf 40 Jahre und der Grenadierzug „Immer Fröhlich“ auf 25 Jahre Vereinsbestehen zurückblicken.

Zur Sonntagsparade stellte erstmals die Volksbank ihre Geschäftsräume für ein Feldlager des Schützenkönigs und der Ehrengäste zur Verfügung.

Schützenkönig wurde Bezirksschornsteinfeger Heinz Bayer, der damit seinen Schwager als Majestät ablöste. Zum Edelknabenkönig wurde Markus II. Dohmen gekrönt.

1988 wurden die Altpapiersammlungen des Vereins eingestellt, weil immer weniger Schützen für das Sammeln begeistert werden konnten und sich die Sammlungen wegen der gefallenen Altpapierpreise insgesamt nicht mehr rentierten.

Die Prunksitzung am 22. Januar 1988 fand gegenüber dem Vorjahr – trotz eines guten Programms - wiederum nur ein vermindertes Interesse. Der Preiskostümball erlebte dagegen eine kleine Belebung. Insgesamt schlossen die Karnevalsveranstaltungen mit einem Minus von 392 DM ab.

Die Generalversammlung am 1. Juli 1988 sollte eine der längsten Sitzungen des Vereins werden. Ingo Kiebel hatte die Satzung überarbeitet, um diese an die geänderten Zeiten anzupassen und um auch klar zu stellen, dass keine Frauen in den Verein aufgenommen werden sollten. Für die Vorstellung und Abstimmung der Satzungsänderungen benötigte man zwei Stunden. Eine weitere Stunde wurde für die Diskussion zur Erhöhung der Mitgliedsbeiträge aufgewendet. Die Verdopplung des Beitrags auf nun 50 DM sollte die Finanzsorgen des Vereins mindern.

Fast schon zur Tradition geworden, errichtete auch der amtierende Schützenkönig Heinz Bayer zum Schützenfest, das vom 3.-6. September 1988 stattfand, eine imposante Residenz. Sein Wohnhaus an der Leckenhofstraße verwandelte er in das Schloss Schwarzenstein. Dem Verein überreichte er am Sonntagmorgen eine Ehrentafel, auf der alle bisherigen Schützenkönige namentlich verzeichnet waren.

Wiederum konnten drei Züge ein langjähriges Vereinsbestehen feiern. Der Grenadierzug „Sangeslust“ bestand seit 60 Jahren, der Hubertuszug „Zinkhütte“ seit 40 Jahren und der 3. Jägerzug seit 25 Jahren.

Am Montagnachmittag hatte es so dauerhaft in Strömen geregnet, dass das Pfänderschießen ausfallen musste. Ab 17 Uhr besserten sich die Wetterverhältnisse und das Königsvogelschießen konnte beginnen. Es entwickelte sich zwischen den beiden Bewerbern Günter Behrend und Fritz Breuer ein spannendes Duell, aus dem Fritz V. Breuer als Sieger und damit neuer Schützenkönig hervorging. Edelknabenkönig wurde Thomas I. Freund.

Die Vorstandswahlen am 15. November 1988 brachten lediglich eine Veränderung: An die Stelle des kürzlich verstorbenen 2. Kassierers Hermann Levering trat Peter Michels.

Standort des Festzeltes für die karnevalistische Prunksitzung des Jahres 1989 war der Bahnhofsvorplatz. Auf dieser Sitzung zeigten die Vorstandsmitglieder Peter Michels, Heinz Bayer und Hans-Dieter Longerich sowie Hans-Peter Heups zum Vergnügen für das Publikum einen gekonnten Bauchtanz unter übergroßen Zylindern.

Nach dem Oberstehrenabend am 25. August 1989 wurde vom Oberst Alfred Schönfelder auf dem Platz „Am Dreieck“ der als „Ahorn-Alfred“ bekannte Baum gepflanzt.

Zum Schützenfest konnte Alfred Schönfelder ein verstärktes Regiment auf die Straße bringen. Anlässlich der 40jährigen Zugjubiläen der Blauen Husaren und des Artilleriecorps sowie des 25jährigen Jubiläums des 6. Jägerzugs zogen zur Sonntagsparade als Gäste die „Fidelen Musikanten vom Nikolauskloster“, zwei Artilleriecorps aus Nievenheim und Vanikum, ein Jägerzug aus Stürzelberg, das Jägertambourcorps Grimlinghausen sowie das Fanfarencorps Reuschenberg mit.
Am Montagnachmittag beteiligten sich 13 Züge am Pfänderschießen, das mit dem Abschuss des Schweifes mit dem 109. Schuss endete. Erstmals wurde für das Königsschießen ein neuer Vogel auf die Stange gezogen. Mit dem 119. Schuss holte der 1. Vorsitzende des Vereins Günter Behrend den Vogel von der Stange und wurde so im 3. Anlauf neuer Schützenkönig. Zum Edelknabenkönig wurde Stefan I. Strunk gekrönt.

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