Von 1962 bis 1986 zeigte sich im Delrather Schützenregiment ein Zug der Jakobusschützen - ohne Gewehr wie die Scheibenschützen, mit grüner Jacke und schwarzer Hose den Hubertusschützen nahestehend, und mit einem prächtigen Gamsbart am grünen Band des schwarzen Hutes, der ins Alpenländische weist.
Bei der Parade fielen die Jakobusschützen auf, weil sie statt eines Stech- bzw. Paradeschrittes dem König mit einem zackigen Hutgruß die Ehre erwiesen. Sollte das etwa auf eine nichtmilitärische Vergangenheit der Jakobusschützen hinweisen? Mindestens unbewußt, denn ein kriegerisches Geschichtsbild wie es die Jäger, Artilleristen, Grenadiere oder Husaren aufzuweisen haben, liegt für die Jakobusschützen nicht vor.
Wie lassen sich aber diese Jakobusschützen historisch belegen? Sicher von dem männlichen Vornamen Jakob, der von hebräischer Herkunft ist. Vielleicht beziehen sich die Jakobusschützen auch auf den Apostel Jacobus, den Bruder des Evangelisten Johannes. An die Jakobiner aber wollten die fried­liebenden und fröhlichen Delrather Jakobusschützen sicher nicht erinnern, denn das war zwar die bedeutendste, aber auch die radikalste politische Gruppierung während der Französischen Revolution.
Auf alle diese historischen Vorgaben haben sich damals die Delrather Gründer des Jakobusschützenzuges nicht berufen. Sie entschieden sich nur deshalb für die Jakobusschützen, weil sie zwei Gründungsmitglieder mit dem Vornamen Jakob in ihren Reihen hatten. Schützengattung und Zugnamen ließen sie dann einfach in den Namen „Jakobusschützen“ zusammenfließen. So einfach war das: Spaß und Freude hatten sie noch obendrein, denn davon zeugen Fotos von vielen gemeinsamen Unternehmungen.