Mit den Bogenschützen, die den Delrather Schützenzug seit vielen Jahren bereichern, kommen wir auch zum Ursprung des Schützen als Person.
Kaum jemand, der von Schützen spricht, wird sich Gedanken machen, woher der Name „Schütze“ kommt. Der Ursprung der Bezeichnung „Schütze“ ist in der Jägerei zu finden, als der Mensch noch zum reinen Überleben Tiere jagte und erlegte - zuerst mit Steinschleuder, Lanze oder Speer, später mit Pfeil und Bogen. Und mit dieser Waffe, dem Pfeil und Bogen, begann sich der Jäger zum Schützen zu wandeln – zum Jagdschützen bzw. zum Bogenschützen.
Wenn wir jetzt den gewaltigen Sprung zu den Delrather Bogenschützen machen, ist dieser Vergleich zwar folgerichtig, aber im Erscheinungsbild der Delrather Bogenschützen nicht ganz richtig, denn dieser Delrather Schützenzug trägt zwar den geschichtsträchtigen Namen „Bogenschützen“, aber nicht die Namensgeber, den Pfeil und Bogen, sondern eine Armbrust - wenn auch einen recht Bescheidene. Dass das Bogenschießen heute sogar eine olympische Sportart ist, sei nur am Rande angemerkt.
Und mit der Armbrust machen wir wieder einen Schritt zurück in die Vergangenheit. Man kann die Armbrust als eine Weiterentwicklung der „Pfeil-und-Bogen-Waffe“ betrachten. Sie war damals, als die Städte sich noch gegen vielerart Bedrohungen schützen mussten, mit ihrer großen Reichweite und Durchschlagskraft die wirkungsvollste Waffe des Bürgers.
Berühmt wurde diese Waffe auch durch die bekannte Tellsage. Von Tschudi wurde diese Sage im 16. Jahrhundert in die landläufige Form gebracht und 1804 von Schiller als Drama und von Rossini 1829 als Oper gestaltet. Wilhelm Tell verkörpert darin, als Hauptheld der schweizerischen Befreiungssage und als Tyrannenmörder des habsburgischen Landvogtes Geßler, die Kühnheit und Freiheitsliebe der Schweizer.
Von diesem Wilhelm Tell haben 1951 sicherlich die Delrather „Tellschützen“ nicht nur ihren Namen abgeleitet, sondern kamen auch mit Armbrust und Tracht dem historischen Vorbild nahe.
Im heutigen Delrather Schützenregiment sind Tellschützen nicht mehr vertreten. Diese wichtige Altersgruppe, Bindeglied zwischen Edelknaben und gestandenen Schützen, wird jetzt von den in schwarzer Hose, weißem Hemd mit grüner Weste und Armbrust marschierenden Bogenschützen übernommen.