Mobirise

Einblicke in die Jahre 1995 - 2001

Am 3. und 4. Februar 1995 fanden die Karnevalsveranstaltungen nach dem Zuspruch im Vorjahr wiederum in der Turnhalle der Henri-Dunant-Grundschule statt. Erstmalig seit Bestehen der Prunksitzung konnte ein „ausverkauftes Haus“ vermeldet werden. Über 450 Besucher erfreuten sich an dem vom Literaten Harry Knabe zusammengestellten Programm. Eine besondere Überraschung stellte der Auftritt des amtierenden Schützenkönigs Hans-Peter Heups dar, der zu den Klängen des „River Kwai Marsches“ den Zylinder-Bauchtanz vorführte. Hans-Peter Heups zeigte an diesem Abend auch seine soziale Einstellung. Er bat die anwesenden Gäste um eine Spende für die Opfer des Rheinhochwassers. Am 30. Januar 1995 hatte der Rhein in Köln den Pegelstand von 10,69 Meter erreicht und unter anderem die gesamte Kölner Altstadt überflutet. Für die Betroffenen dieses Jahrhunderthochwassers wurden an diesem Abend 1.729,44 DM gesammelt. Anfang März 1995 verstarb der Ehrenpräsident Georg Dappen im Alter von 92 Jahren. Er war im Mai 1926 einer der Mitgründer des Vereins gewesen und hatte unter anderem in den Jahren 1950-1972 das Amt des Vereinsvorsitzenden innegehabt. Er wurde unter großer Anteilnahme der Schützen am 10. März 1995 zu Grabe getragen. Auf dem Frühlingsfest im Mai 1995 wurde Günter Behrend in Anerkennung seiner Verdienste für den Verein zum Ehrenvorsitzenden und die Mitglieder Harry Knabe und Hans Philipp zu Ehrenmitgliedern ernannt. Jägermajor Peter Schumacher, Jägerkönig Heinz Eckstein und Fahnenträger Dieter Heinen nahmen die neu restaurierte Jägerfahne vom 1. Vorsitzenden Hans- Dieter Longerich in Empfang. Am Samstagnachmittag wurde erstmals ein Jungschützenkönig ausgeschossen. Erster Jungschützenkönig in der Vereinsgeschichte wurde Thorsten I. Blank. Seine Krönung sollte während des Schützenfestes am Montagabend – zusammen mit der Proklamation des Edelknabenkönigs – erfolgen. Am Dienstagmorgen registrierte der Vorstand beim Seniorenfrühstück die stolze Zahl von 85 Teilnehmern. Erst im Nachhinein wurde bekannt, dass dieser Rekord durch auswärtige Besucher entstanden war. Auf der Versammlung am 14. Juli 1995 wurde unter anderem die Trennung der Karnevals- von den Schützenaktivitäten beschlossen. Bereits in vergangenen Jahren hatten sich zum Teil Schützen – auch angesichts von Minusergebnissen aus den Karnevalsveranstaltungen – darüber beklagt, dass sie dem Schützenverein beigetreten seien, um Schützenfest und nicht Karneval zu feiern. So wurde auf Grundlage dieses Beschlusses im Januar 1996 die „Karnevalsgesellschaft Delrath e. V.“ gegründet, die seitdem den Sitzungskarneval in Delrath durchführt. Diese Karnevalsgesellschaft ergänzt somit die karnevalistischen Aktivitäten der bereits seit 1973 bestehenden „Interessengemeinschaft Delrather Karneval“, die im Wesentlichen den Straßenkarneval organisiert und das Delrather Prinzenpaar stellt. Ein weiterer Beschluss dieser Versammlung betraf die Namensgebung der Schießanlage im ehemaligen Bahnhofsgebäude. In Erinnerung an den verstorbenen Ehrenpräsidenten erhielt sie die Bezeichnung „Georg-Dappen Sport-Schießanlage“. Während des Schützenfestes, das vom 2.-5. September 1995 stattfand, wurde in der Messe am Sonntagmorgen die neue Regimentsfahne geweiht. Nach dem Kirchgang und der Gefallenenehrung am Kriegerdenkmal wurde im Festzelt dem Verein ein von der Familie Dappen gestifteter Pokal überreicht. Künftig sollte dieser als „Georg-Dappen-Gedächtnispokal“ ausgeschossen werden. Nach der Sonntagsparade erhielt der ehemalige Vereinsvorsitzende Günter Behrend vom Bürgermeister Heinz Hilgers für seine Verdienste um den Verein und das Schützenwesen die silberne Ehrennadel der Stadt Dormagen. Schützenkönig wurde am Montagnachmittag Josef VI. Kürten, der im Verein auch liebevoll als „Holzwurm“ oder „Vogels-Jupp“ bezeichnet wird, da er seit vielen Jahren die Holzvögel für die Schießwettbewerbe herstellt. Erstmals wurde im Anschluss an das Königsvogelschießen der Jungschützenkönig Thorsten I. Blank gekrönt. Die Krönung des Edelknabenkönigs Dominik I. Engels fand – wie bisher auf dem Krönungsabend am Dienstagsabend – statt. Das Schützenfest klang stimmungsvoll mit Gesangseinlagen der Ex-Majestät Hans-Peter Heups und der amtierenden Majestät Josef Kürten in den frühen Morgenstunden aus. Die scheidende Majestät, die sich selbst als „Deutschlands kleinster König“ betitelte, stimmte immer wieder ihr Lieblingslied vom „Raderberger Buureberger Spielverein“ an. Im November 1995 standen Ergänzungswahlen zum Vorstand an, nachdem Karl-Heinz Butz aus beruflichen Gründen bereits nach einem Jahr Amtszeit seine Position als 2. Vorsitzender zur Verfügung stellte. Nachfolger in diesem Amt wurde Günter Küpper. Während des Frühlingsfestes im April 1996 wurde erstmals der Georg-Dappen-Gedächtnispokal ausgeschossen. Erster Inhaber des Pokals wurde Josef Deussen vom 5. Jägerzug „Jägermeisterzug“. Der Samstagabend gestaltete sich durch den über einstündigen Auftritt der „Kolibris“ bei vollbesetztem Zelt zu einem vollen Erfolg. Zwischenzeitliche Planungen, den Schützenplatz in den Altenpark zu verlegen, musste der Verein ad acta legen, da es in der Bevölkerung bereits mehr Gegner als Befürworter für dieses Vorhaben gab. Vor dem Schützenfest wurden Willi Stöcker und Heinz Eckstein als neue Betreuer der Bogenschützen vorgestellt. Auf dem Oberstehrenabend am 23. August 1996 kündigte der 67jährige Oberst Alfred Schönfelder an, dass er nach dem Schützenfest zurücktreten werde. Nach der Laudatio auf den „dienstältesten Oberst im Kreis Neuss“ toste minutenlanger Beifall der fast 200 anwesenden Schützen. Mit dem Abschied des Obersten kündigte auch Helmut Großweischede aus beruflichen Gründen seinen Rücktritt als Oberstadjutant an. Auch ihm galt der Dank des Vorstandes und der Anwesenden für die langjährige Wahrnehmung dieses Amtes. Als neuer Jägermajor wurde Werner Blank vorgestellt. Das Schützenfest wurde durch eine Hauswurfsendung, in der sich der Verein allen Delrather Bürgern vorstellte, für die Tage vom Samstag, 31. August 1996 bis Dienstag, 3. September 1996 angekündigt. Der Vorsitzende Hans-Dieter Longerich wünschte allen Schützen „Föör die Daach vill Freud – op die Daach Sonnesching – no die Daach keene Katzejammer“. Während der Schützenmesse wurde unter Beteiligung vieler Schützen, des Männergesangvereins und des Paten Heinz Bayer die neue Hubertusfahne vom Diakon Peter Platz geweiht. Ein seltenes Jubiläum feierte Franz Longerich. Die Ehrung für 65 Jahre Mitgliedschaft wurde ihm durch seinen Sohn, dem Vorsitzenden Hans-Dieter Longerich, zuteil. Und auch Alfred Schönfelder fand bei seinem letzten Schützenfest als Oberst für seine 24 Amtsjahre immer wieder Anerkennung. So erhielt er unter anderem vom Bürgermeister Heinz Hilgers die goldene Münze der Stadt Dormagen. Die Schwarzen Husaren feierten ihr 40jähriges Vereinsjubiläum. Vor dem Königsvogelschießen am Montagnachmittag fand zunächst eine Krisensitzung des Vorstands mit Offizieren statt. Der einzige Königsbewerber Toni Koukola hatte seine Anmeldung zurückgezogen, weil er nicht alleine auf den Vogel schießen wollte. In der Sitzung wurde der Beschluss gefasst, das Königsgeld auf 5.000 DM zu erhöhen und jeder Zug sollte einen Zuschuss von 100 DM zahlen. Die Offiziere waren aufgefordert, nach weiteren Bewerbern zu suchen. Um 18 Uhr konnte der Wettbewerb mit den drei Anwärtern Toni Kokoula, Horst Freund und Willi Stöcker beginnen. Nach 31 Minuten spannendem Wettkampf holte mit dem 76. Schuss Willi Stöcker den Vogel von der Stange. Er sollte als Willi IV. zusammen mit dem Edelknabenkönig Stefan II. Schumacher regieren. Als neuer Jungschützenkönig wurde Michael I. Nix proklamiert. Der scheidende Oberst wurde von der Jägerkompanie am Dienstagabend mit Gartenartikeln für den „Ruhestand“ und seine Gattin Lenchen mit roten Rosen verabschiedet. Auf der Generalversammlung am 25. Oktober 1996 spendete der Schützenkönig die Hälfte seines Königssolds. Der Vorstand beschloss daraufhin die Festsetzung des Königsgeldes auf 2.500 DM. Bei der Neuwahl des Obersten konnte Herbert Stodden die überwiegende Mehrheit der Stimmen der Versammlungsteilnehmer auf sich vereinigen. Er stellte als Adjutanten Hans-Josef Nix vor, der wie er dem 6. Jägerzug angehört. Auf der Generalversammlung am 11. April 1997 wurde eine Abstufung für die Vergabe von Verdienstorden festgelegt. Höchste Auszeichnung sollten die Verdienstorden in Gold, Silber und Bronze sein, gefolgt von dem St. Hubertus-Ehrenkreuz am Bande und schließlich der Verdienstmedaille. Am Freitagabend des Frühlingsfestes 1997 wurde Alfred Schönfelder zum Ehrenoberst ernannt. Neben dieser Ehrung konnte er mit seiner Gattin zahlreiche Geschenke in Empfang nehmen, unter anderem auch einen Gutschein für ein Wochenende an der Nordsee in Holland. Dass er diese Reise nicht Anfang September antreten würde, war für den Ehrenoberst selbstverständlich. Die „Lustigen Musikanten vom Nikolauskloster“ sorgten am Samstagabend nicht nur für ein gut gefülltes Zelt, sondern mit ihren Darbietungen auch für über zwei Stunden Stimmung. Der Bunte Abend des Frühlingsfestes wurde damit zu einem großen Erfolg – auch in finanzieller Sicht. Der vom Vorstand gewählte Weg, für das Frühlingsfest Künstlerauftritte zu organisieren, war offensichtlich der Richtige. Der Auftakt des Schützenfestes 1997 fand bereits am Freitagabend, 5. September 1997 statt. Erstmals wurde vom „Partyteam Haus Gladbach (PHG-Team)“ eine Jugenddisco im Festzelt ausgerichtet. Rund 390 Jugendliche und Junggebliebene füllten das Zelt und tanzten bei Disko- Rythmen bis in den frühen Morgen. Der 5. Jägerzug „Jägermeisterzug“ feierte zum Schützenfest sein 50. Vereinsjubiläum. Beim Festzug am Sonntagnachmittag nahmen Gäste aus Gohr, Neuss und Meerbusch teil. Für das Königspaar erschien überraschend nach dem Festumzug das Tambourcorps Gohr, das beide mit musikalischen Darbietungen erfreute und abends auch im Hofstaat mitspielte. Am Montagabend stand zur Überraschung des Vorstandes lediglich wieder nur ein Bewerber für den Schützenkönig zur Verfügung. Ohne Konkurrenten holte der stellvertretende Vereinsvorsitzende Günter Küpper den Holzvogel bereits mit dem 12. Schuss herunter. Für das Aufräumen des Mülls, der Gläser, Stühle und Tische am Schießstand wurde erstmals ein Schützenzug bestimmt. Im Zelt fand dann die Krönung des Jungschützenkönigs Marc I. Pütz statt. Am Dienstagabend erfolgte die Krönung der Majestät Günter III. Küpper und des Edelknabenkönigs René II. Freund. Nach dem Schützenfest begann die Stadt Dormagen noch im September 1997 mit den bereits lange geplanten Bauarbeiten am Kriegerdenkmal. Neben der Erneuerung der Grünanlagen wurden auch die Straßen- und Gehwegflächen neu gestaltet, so dass ab sofort für die Feierstunden am Denkmal mehr Platz zur Verfügung stehen sollte. Auf der Generalversammlung am 31. Oktober 1997 gab der Vorstand den Rechenschaftsbericht seiner ersten Amtszeit ab. Im Rückblick konnte er als Leistungen die Außensanierung der Georg- Dappen-Schießanlage und die Dacherneuerung des Hochschießstandes, die Anschaffung neuer und die Restaurierung alter Fahnen sowie eine beachtliche Steigerung des Mitgliederbestandes – insbesondere von Passiven – aufweisen. Bei den anschließenden Vorstandswahlen wurde Hans-Dieter Longerich als Vereinsvorsitzender und Günter Küpper als sein Stellvertreter wiedergewählt. Günter Grief rückte zum 1. Schriftführer auf, 2. Schriftführer wurde Dirk Grieß. Peter Michels wurde als 1. Kassierer bestätigt, zum 2. Kassierer wurde Willi Körfer bestellt. Mit den Gedenkfeierlichkeiten und der Kranzniederlegung wurde am Volkstrauertag der neu gestaltete Denkmalsplatz von den Schützen „eingeweiht“.

Im April 1998 legte aus gesundheitlichen Gründen der 1. Kassierer Peter Michels sein Amt nieder. Mangels Interessenten für diesen Posten benötigte der Verein zwei Versammlungen, um am 12. Juni 1998 Gerd Levering zum 1. Kassierer ernennen zu können. Vom 15.-17. Mai 1998 fand das Frühlingsfest statt. Neben den Schießwettbewerben des Vereins stand am Samstagabend wieder ein Unterhaltungsprogramm rheinischer Künstler auf dem Programm. „Et Botterblömche“ und „Klaus und Willi“, ein Bauchredner, brachten eine ausgelassene Stimmung ins Zelt und ein dickes Plus in die Vereinskasse. Nur mit dem Besuch der Sonntagsveranstaltungen zeigten sich der Vorstand und der Schausteller Trautsch unzufrieden. Letzterer beklagte den mangelnden Zuspruch der Bürger zum Schützenplatz. Auf dem Oberstehrenabend am 28. August 1998 wurde das Reglement des Regimentsschießens während des Frühlingsfestes intensiv diskutiert. Es hatte sich eingebürgert, dass die ausgeloste Schießreihenfolge der Züge durch einzelne Schützen, die nicht rechtzeitig antraten, durcheinander gebracht wurde. Durch das Nachschießen dieser Nachzügler konnte der aktuelle Stand des Schießwettbewerbs nicht nachgehalten werden. Die Schützen stimmten mehrheitlich für das bisherige Verfahren, das keine Möglichkeit eines Nachschießens, aber die Info-Tafel, vorsah. Auf derselben Sitzung wurde auch der Rücktritt des Edelknabenführers Willi Schmidt bekannt gegeben. Neuer Edelknabenführer wurde Josef Saosirnyj. Etwas später konnte Horst Hartmann für die Funktion des 2. Edelknabenführers gewonnen werden. Am Freitagabend vor dem Schützenfest fand am 4. September 1998 die zweite Jugenddisco im Festzelt statt. Das PHG-Team registrierte in der Zeit von 20 Uhr bis tief in die Nacht hinein über 500 Besucher. Das Schützenfest wurde vom 5.-8. September 1998 gefeiert. Für Delrather Verhältnisse war für den Fackelzug die Rekordzahl von sieben Fackeln, davon fünf Großfackeln, angekündigt worden, was eine große Zuschauerzahl am Samstagabend ins Dorf lockte. Fackelbauer der Großfackeln waren der Grenadierzug „Sangeslust“, die Regimentsfahnenkompanie, die Hubertuskompanie sowie der 6. und 7. Jägerzug. Der Grenadierzug „Sangeslust“ konnte zum Schützenfest sein 70jähriges, der Hubertuszug „Zinkhütte“ sein 50jähriges, der Scheibenschützenzug „Schräge Jonge“ sein 40jähriges und der 7. Jägerzug „Selde Jäger“ sein 25jähriges Vereinsjubiläum feiern. Am Sonntagmorgen trat erstmals das neu gegründete Delrather Tambourcorps „Fröhlich Voran“ öffentlich auf. Unter Leitung von Detlef Weber spielte das noch im Aufbau befindliche Tambourcorps unter großem Beifall der im Zelt befindlichen Schützen und Gäste seine ersten eingeübten Märsche vor. Der 7. Jägerzug hatte zur Bereicherung des Festzuges am Sonntag einen Gastzug aus Schlicherum und einen kompletten Musikblock – bestehend aus dem Tambourcorps Straberg und dem Musikverein Holzheim – eingeladen. Einen lang ersehnten Traum konnte sich am Montagnachmittag Horst Freund erfüllen. Seinen zehnten Versuch, die Königswürde zu erringen, vollendete er – als einziger Bewerber – um 17.30 Uhr mit dem 26. Schuss auf den Holzvogel. Unter Beifall der Schützen und Gäste wurde er danach als Horst I. zusammen mit dem Edelknabenkönig Denis I. Maurer proklamiert. Zum Jungschützenkönig wurde Jens I. Kollenbroich gekrönt: Mit der erstmaligen Krönung eines Bogenschützenkönigs wurde Michael I. Wagemann als weitere Majestät des Delrather Schützenvereins proklamiert. Der vorausschauende Vorstand begann bereits nach dem Schützenfest, sich für das 75jährige Vereinsjubiläum im Jahre 2001 zu rüsten. Im Oktober 1998 nahm ein Chronik-Team unter Leitung des 1. Vorsitzenden Hans-Dieter Longerich seine Arbeit auf, um unter anderem die vorliegende Vereinschronik zu erstellen. Gleichzeitig stellte der Vorstand bei der Stadt Dormagen den Antrag, den Schützenplatz in Richtung des Dorfes verlagern zu dürfen. Neben den Platzerfordernissen für ein größeres Festzelt während des Vereinsjubiläums sollte mit der ortsnäheren Lage auch die Attraktivität der Festplatzes erhöht werden. Im Oktober 1998 verstarb das Ehrenmitglied und langjährige Vorstandsmitglied Hans Philipp. Zahlreiche Schützen beteiligten sich an der Beerdigung. Zum Frühlingsfest des Jahres 1999 trat am Freitagabend das Delrather Tambourcorps „Fröhlich Voran“ unter Major Frank Klasen offiziell nach der Laudatio auf den König Horst I. Freund auf. Die Darbietung erhielt viel Beifall und die Zuschauer forderten wiederholt Zugaben. Am Samstagabend lockte der „Rheinische Abend“ mit der Kölner Mundart-Band „De Räuber“ zahlreiche Besucher ins Zelt, die sich am 24. April 1999 nochmals in Karnevalsstimmung versetzen ließen. Erstmals wurde für den Sonntagnachmittag ein Familientag eingerichtet. Für die Kinder stand eine Kinderbelustigung mit Freifahrten auf den Fahrgeschäften an und die Freiwillige Feuerwehr Dormagen führte für die Kinder ihre Drehleiter vor. Doch anders als in den Vorjahren wurde das Schützenzelt nicht mit dem Ende des Frühlingsfestes abgebaut. Diakon Peter Platz feierte am 27. April 1999 sein 25. Jubiläum der Diakonweihe. Nach einer festlichen Eucharistiefeier in der Pfarrkirche St. Gabriel, an der auch zahlreiche Vertreter des Schützenvereins teilnahmen, nutzte er dieses Schützenzelt für den Empfang der Gratulanten und geladenen Gäste. Die Beteiligung der Delrather Bürger war so groß, dass es zeitweise vor dem Zelteingang eine Warteschlange der Besucher gab, die bis auf den Johann-Blank-Weg reichte. Das Schützenfest fand in diesem Jahr vom 4.-7. September 1999 statt. Am Freitagabend, 3. September 1999 hatte wiederum eine gut besuchte Jugenddisco die eigentlichen Festivitäten eingeleitet. Beim Fackelzug am Samstagabend konnten fünf Großfackeln bestaunt werden. Fackelbauer waren der Grenadierzug „Sangeslust“, die Blauen Husaren, die Hubertuskompanie, der 6. Jägerzug und das Artilleriecorps. Nach dem Kirchgang und der Feier am Denkmal, die vom Männergesangverein musikalisch mitgestaltet wurden, trat zur Überraschung aller Anwesenden der Männergesangverein auch im Festzelt auf, um das von Hans-Dieter Longerich auf die Melodie „Hohe Tannen“ getextete Delrath- Lied anzustimmen. Zum Schützenfest feierten der Kassenzug sein 70jähriges, die Blauen Husaren und die Artillerie ihr jeweils 50jähriges und der Scheibenschützenzug „Delroder Jonge“ sein 40jähriges Vereinsjubiläum. Am Sonntagnachmittag wurde eine neue Paradebühne, die von Frank Zell gespendet und erbaut worden war, eingeweiht. Zur Parade am Sonntagnachmittag befehligte Oberst Herbert Stodden über 600 Schützen und Musiker. Anlässlich seines Jubiläums hatte das Artilleriecorps Gastzüge aus Nievenheim, Horrem und Vanikum eingeladen, die mit ihren Geschützen im Sonntagsfestzug mitmarschierten. Auch das Delrather Tambourcorps „Fröhlich Voran“ spielte erstmals bei einer Parade – verstärkt durch die „Fidelen Musikanten vom Nikolauskloster“ – auf. Wo immer Major Frank Klasen mit seinen 24 Spielleuten auftauchte und das Flötchen oder Trömmelchen erklang, applaudierte die Delrather Bevölkerung mit Stolz „ihrem“ Tambourcorps. Der Schießwettbewerb am Montagnachmittag hatte unter widrigen Wetterverhältnissen begonnen. Ein starkes Gewitter mit Hagel und intensiven Regenfällen hatte in Delrath einige Straßen unter Wasser gesetzt. Das Pfänderschießen musste angesichts dieses Unwetters, das über zwei Stunden wütete, ausfallen. Selbst das Königsschießen fand noch im Regen statt. Erst um 18.21 Uhr wurde der Wettbewerb beendet. Das ehemalige Vorstandsmitglied und nun passive Mitglied Peter Michels hatte sich gegen seine Mitbewerber Rainer und Dirk Hermanns durchgesetzt. Er wurde damit einen Tag vor seinem 52. Geburtstag, den er am Abend im Zelt feierte, Schützenkönig 1999/2000 und damit der erste Schützenkönig des neuen Jahrtausends. Edelknabenkönig wurde Alexander I. Rose, Bogenschützenkönig René I. Freund und Jungschützenkönig Christian I. Strunk. Die Kinderbelustigung am Dienstag unter Leitung des Teams Günter Küpper und Britta Stodden fand wiederum bei 100 bis 150 Kindern regen Zuspruch. Erstmals ehrten an diesem Tage die Grenadierund Jägerkompanie gemeinsam ihre verdienten Schützen. Und Diakon Peter Platz hatte sich zum Krönungsabend am Dienstag wieder etwas Besonderes einfallen lassen. Das scheidende Königspaar Horst I. und Petra Freund verabschiedete er mit dem Lied von Heinz Rühmann „Ein Freund, ein guter Freund“ und für die neue Majestät Peter II. und seine Gattin Erika stimmte er das Lied „Du bist jetzt Künning, leeve Pitter“ an. Das Schützenfest endete erst am Mittwochmorgen um 5 Uhr an der alten Residenz, wo einige Schützen noch eine „Frühparade“ abhielten.

Zu Beginn des Jahres 2000 liefen die Vorbereitungen für das 75jährige Vereinsjubiläum im Chronik- Team bereits auf Hochtouren. Unter anderem hatte dieses Team zwischenzeitlich auch den Vorschlag von dem Teammitglied Günter Blank aufgegriffen, für Delrath ein Dorfwappen zu gestalten. Unter Einbeziehung des Heraldikers Lothar Müller-Westphal aus Düren kam das heutige Delrath-Wappen zustande. Dieses Wappen wurde auf Antrag des Bürgerschützenvereins auch am 20. März 2000 vom Berliner Herolds-Ausschuss in die Deutsche Wappenrolle eingetragen. Das Chronikteam übernahm auch die Organisation der im Jubiläumsjahr geplanten Übergabe des Wappens an die Delrather Bevölkerung. Nachdem Anfang Mai 2000 in Deutschland bereits hochsommerliche Temperaturen geherrscht hatten, fand das Frühlingsfest vom 19.-21. Mai 2000 bei nasskaltem Wetter statt. Am Samstagabend wurde ein „Bayerischer Abend“ im Festzelt veranstaltet. Die Paulaner-Brauerei hatte als Sponsor durch eine weiß-blaue Dekoration des Zeltes und der Bierpavillions ein entsprechendes Ambiente geschaffen. Im Ausschank sollte es – dem Motto entsprechend – Münchener Helles geben. Statt dessen wurde jedoch Weizenbier im 0,3 Liter-Seidel gereicht, was manchem Schützen zwar mundete, jedoch nicht gut bekam. Um auch die Gäste zum Mitmachen zu animieren, war für das beste bayerische „Trachtenpaar“ ein Gutschein von 300 DM ausgesetzt worden. Den Preis gewannen Dirk Grieß und Yvonne Grün. Das stimmungsvolle und ansonsten harmonische Frühlingsfest wurde in der Nacht zum Sonntag durch einen unschönen Vorfall getrübt. Ein uniformierter Schützenbruder hatte, weil andere Personen in das von ihm bestellte Taxi eingestiegen waren, seiner Wut freien Lauf gelassen und die Fensterscheibe des Taxis mit der flachen Hand eingeschlagen. In den Verdacht dieser Tat kam durch eine unpräzise Täterbeschreibung Oberst Herbert Stodden. Obwohl dieser unzweifelhaft frei von jedem Verdacht war und auch die Aussage „Es war nicht der Oberst“ die Runde machte, hatte der Vorstand seine liebe Mühe, den Oberst auch in der Presse zu rehabilitieren. Auf der Generalversammlung am 30. Juni 2000 wurde Rückblick auf das Frühlingsfest gegeben, das mit einem leichten Überschuss abgewickelt worden war. Einer längeren Erläuterung bedurften die GEMA-Gebühren, die mittlerweile einen nicht unerheblichen Kostenblock bei den öffentlichen Veranstaltungen ausmachten. An diesem Abend gab der Vorstand auch den Rücktritt des Jägermajors Werner Blank bekannt. Auf der Generalversammlung am 25. August 2000, die gleichzeitig als Oberstehrenabend abgehalten wurde, stellte Oberst Herbert Stodden als neuen Jägermajor Josef Kürten mit seinem Adjutanten Thomas Knauf vor; und auch der Hubertusmajor Toni Koukola hatte mit Wilfried Stodden einen neuen Adjutanten erhalten. Einerseits stolz, andererseits aber etwas wehmütig, gab an diesem Abend der 1. Kassierer Gerd Levering die aktuelle Mitgliederzahl des Vereins bekannt. Mit 380 aktiven und 119 passiven, also insgesamt 499 Mitgliedern hatte man die magische Zahl von 500 Mitgliedern ganz knapp verfehlt. Obwohl der Oberstehrenabend bei spätsommerlichen Temperaturen mit einem Umtrunk auf dem Schulhof der Henri-Dunant-Schule ausklang, bereitete dem Vorstand das Wetter für das nahende Schützenfest große Sorgenfalten. Ein verhältnismäßig kühler und regenreicher Sommer ging zu Ende. Zahlreiche Sommergewitter waren auch in Delrath mit sintflutartigen Regenfällen einhergegangen. Das Unwetter am Schützenfestmontag des vergangenen Jahres war allen Schützen noch in guter Erinnerung. Bereits Anfang Juli waren im benachbarten Nievenheim sämtliche Schützenumzüge den heftigen Regenfällen zum Opfer gefallen. Und auch in Neuss und Dormagen-Horrem waren die Sonntagsparaden – eine Woche vor dem Delrather Schützenfest ! – wegen anhaltenden Regens kurzfristig abgesagt worden. Vollmundig erklärte aber der 1. Vorsitzende Hans-Dieter Longerich in seinem Grußwort an die Delrather Bürger: „Sollten eventuelle Regenwolken auftauchen, so werde ich gemeinsam mit unserem Diakon Peter Platz versuchen, diese zu vertreiben.“ Vom Freitag, 1. September 2000 bis zum Dienstag, 5. September 2000 fand das – unter Einrechnung der Kriegsjahre – 75. Schützenfest statt. Die erste Veranstaltung, die Jugenddisco am Freitagabend, diesmal ausgerichtet von den „Discjockeys“ Stefan Forsthoff vom 10. Jägerzug „Wilddiebe“ und Christian Groß aus Dormagen, war mit 480 Teilnehmern wie im Vorjahr wieder gut besucht. In der Nacht von Freitag auf Samstag zogen dichte Wolken auf, die am Samstagmorgen den befürchteten Dauerregen über Delrath ergossen. Trotz dieser Widrigkeiten wurde das Schützenfest mit dem kräftigen Böllern der Kanone Ida durch die Artillerie pünktlich um 12.00 Uhr eingeleitet. Und als hätte Petrus mit den Delrather Schützen ein Einsehen, schlossen sich am Samstagnachmittag die Himmelsschleusen. Alle Umzüge konnten trocken, und manchmal sogar mit etwas Sonnenschein, absolviert werden. Beim Fackelzug am Samstagabend wurde nur eine einzige Großfackel mitgeführt. Der Grenadierzug „Sangeslust“, dem wegen der fehlenden Konkurrenz der erste Preis für die beste Fackel sicher war, erinnerte mit dem „Toni aus Tirol“ an die Showeinlage des Hubertusmajors Toni Koukola beim letzten Frühlingsfest. Während der gesamten Schützenfesttage sorgten in diesem Jahr jeweils fünf Tambourcorps und Kapellen für die musikalische Begleitung der Festumzüge. Am Sonntagmorgen trafen sich die Schützen nach dem Besuch der Schützenmesse und der Feier am Ehrenmal im Zelt zur Ehrung zahlreicher verdienter und treuer Schützen. Schützenkönig Peter II. Michels verzichtete auf die übliche Gabe von Königsorden und überreichte stattdessen dem Delrather Tambourcorps eine Lyra. Tambourmajor Frank Klasen, Corpsvorsitzender Detlef Weber und der Spieler Sven Daverzhofen nahmen dieses königliche Geschenk freudig entgegen. Spannung löste in der Bevölkerung und bei den Schützen die Frage aus, wer am Montagnachmittag neuer Schützenkönig und damit König für das Jubiläumsjahr des Vereins werden würde. Als Bewerber für die Königswürde traten der Hubertusmajor Toni Koukola sowie die Mitglieder des Delrather Tambourcorps Andreas Kuffel und Jörg Ritterbach an. 45 Schuss wurden benötigt, um um 17.44 Uhr den neuen König zu bestimmen. Der 32jährige Jörg Ritterbach hatte den Königsvogel mit diesem Schuss zum Wackeln gebracht, und während sich der Mitbewerber Toni Koukola bereits auf den Weg zu seinem nächsten Schuss machte, fiel der Vogel – überraschend für alle Beteiligten und für die Zuschauer – von der Stange. Der Mitbewerber Toni Koukola, der bereits zum siebenten Mal auf den Königsvogel geschossen hatte, erntete viel Mitgefühl, als Jörg I. Ritterbach als Jubiläumskönig 2000/2001 feststand. Als Edelknabenkönig wurde Julian I. Eschenbruch, als Jungschützenkönig Mathias I. Kuhn und als Bogenschützenkönig Christoph I. Dohmen proklamiert. In der Generalversammlung am 27. Oktober 2000, die in der Gaststätte „Zum Ännchen“ abgehalten wurde, standen unter anderem die Neuwahlen des Vorstandes auf der Tagesordnung. Unter Wahlleitung des Ehrenpräsidenten Günter Behrend wurden alle bisherigen Vorstandsmitglieder wiedergewählt und somit in ihren Ämtern bestätigt. Aus redaktionellen Gründen endet bereits an dieser Stelle mit Stand November 2000 die Aufzeichnung der Vereinsgeschichte. Gerne hätten die Autoren noch über die Jubiläumsfeierlichkeiten im Jahre 2001 berichtet. Doch dieses bleibt späteren Chronisten vorbehalten. Der Delrather Bürgerschützenverein hat bereits sein 75. Lebensjahr begonnen. Er kann mit Stolz auf die bisherigen 74 Jahre seines Bestehens mit vielen Höhen und wenigen Tiefen zurückblicken. Der amtierende Vorstand steckt voller Pläne zur Ausrichtung des nahenden Geburtstages. Die Organisation der Festlickeiten stellt für ihn die größte Herausforderung in seiner Amtszeit dar. Die Vorbereitungen laufen seit langem auf Hochtouren; aber durch die frühzeitig aufgenommene Planung ist der Verein auf seinen großen Geburtstag gut vorbereitet. Die Autoren gestatten sich einen kleinen Ausblick auf die Festivitäten des Jubiläumsjahres. So ist das Frühlingsfest des Jubiläumsjahres vom 4. – 6. Mai 2001 festgelegt. Für Sonnabend, den 19. Mai 2001 ist vom Bürgerschützenverein die Übergabe des Delrather Wappens an die Bevölkerung geplant. An diesem Tag sollen an den Ortseingängen Delraths aus Richtung St. Peter, Gewerbegebiet Zinkhüttenweg und Nievenheim Ortswappen enthüllt werden. Drei Tambourcorps werden sternförmig zum Schulhof der Henri-Dunant-Schule marschieren, wo die Übergabe in einer offiziellen Feier stattfinden wird. Ein Ortswappen soll auch in der Grundschule seinen Platz finden, um beim Delrather Nachwuchs die Verbundenheit zur Heimat zu fördern. An diesem Tag werden auch die Bürger Gelegenheit erhalten, Flaggen mit dem Delrather Wappen zu bestellen, damit das Dorf zu den Geburtstagsfeierlichkeiten festlich geschmückt ist. Die 75jährigen Jubiläen des Bürgerschützenvereins und des Sappeurzuges werden während des Schützenfestes vom 1. – 4. September 2001 gebührend gefeiert. Durch die Einladungen der beiden Jubilare wird Oberst Herbert Stodden ein etwa 1.300 Schützen starkes Regiment mit voraussichtlich sieben Musikblöcken befehligen. Mit dem zu erwartenden farbenfrohen Spektakel auf Delraths Straßen wird dieser Schützenzug wohl als der Längste in die Vereinsannalen eingehen

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